DARMSTADT - Informationsmaterial für künstliche Satelliten
Als "Satellite Regional Warning Center" (SRWC) verbreitet die Forschungsgruppe D33 des Fernmeldetechnischen Zentralamts auf Wunsch Informationen für künstliche Erdsatelliten an Dienststellen und wissenschaftliche Fachinstitutionen, wenn eine gültige Empfangsgenehmigung vorliegt.
Die Genehmigung berechtigt den Inhaber nur zur Aufnahme von Sendungen der Weltraum-Funkstellen zum Zwecke der wissenschaftlichen Auswertung. Zur Zeit sind nur Sendungen der amerikanischen Navigations- und Wettersatelliten für den allgemeinen Empfang freigegeben und als "Nachrichten an Alle" anzusehen.
Ohne besondere Genehmigung dürfen Sendungen der Satelliten, die als "Nachrichten an Alle" für die allgemeine Verwendung freigegeben wurden, von Inhabern einer "Sende- und Empfangsgenehmigung für eine Amateurfunkstelle" empfangen werden.
Funkamateure, die die Aussendungen künstlicher Erdsatelliten (Hörbarkeitszeiten, Feldstärkeregistrierungen) empfangen möchten, empfehlen wir dem DARC-Kiel als Dachorganisation der Funkamateure, zwecks Belieferung mit Informationsmaterial bestimmter Satelliten, ihre Wünsche vorzutragen.
Wir schlagen vor, daß von dieser Stelle die von den Amateuren gewünschten Berichte beim FTZ angefordert werden, damit eine zentrale Belieferung erfolgen kann.
Im Auftrag: gez. Dr. Beckmann, Oberpostdirektor beim FTZ
KIEL
Die amerikanische FCC - Federal Communications Commission - hat unlängst neue Bandunterteilungs-Pläne vorgelegt mit dem Ziel, die Separat-Anteile der Foniebänder für die Extra- und die Advanced-Klassen zu vergrößern. In einer Sitzung am 07./08.05. hat das ARRL-Board of directors (etwa unserer CV entsprechend) Gegenvorschläge ausgearbeitet. Dabei sollen nach Vorstellung der ARRL in den CW-Sub-Bändern die 25-kHz-Segmente am unteren Bandende für die Extraklasse erhalten bleiben und nicht nach FCC-Entwurf - auf 10 kHz gekürzt werden. Als beruhigend kann angesehen werden, daß die ARRL der Einrichtung eines neuen Novice-Subbandes von 28.100-28.250 kHz nicht befürwortet. Diese Festsetzung würde mit der Einteilung des 10-m-Baken-Bandes von 28.100-28.200 kHz kollidieren, wie es für das 'Weltweite Amateur-Baken'-Projekt (WAB) vorgesehen ist. In diesem Band arbeitet zur Zeit bekanntlich die englische Bake GB3SX auf 28.185 kHz, während auf das Wiedererscheinen von DLØIGI auf 28.200 kHz und das Anlaufen von VE8VHA gewartet wird. Die FCC hat hierzu wie üblich Stellungnahmen erbeten, die keineswegs auf US-Bürger beschränkt sind. Die RSGB hat in dieser Frage bereits beim Secretary of FCC, Washington D.C. 20554, USA, Protest eingelegt, und auch das DX-Referat des DARC will dies bis zum Annahmeschluß am 01.06. tun.
PRESSEDIENST MÜNCHEN
Funkamateure feierten ersten Telegraphenvertrag der Welt
Zur Erinnerung an die Unterzeichnung des ersten Telegraphenvertrages am 17.05.1865 in Paris feiert die Internationale Fernmeldeunion (UIT) diesen "Geburtstag" alljährlich. Sie will damit die Bedeutung des internationalen Fernmeldewesens in das Bewußtsein der Öffentlichkeit bringen.
Um diese Bemühungen gezielt zu unterstützen, weilte vom 14.-18.05. ein Team deutscher Funkamateure im Haus der UIT in Genf und wickelte unter dem Rufzeichen 4U3ITU Amateur-Funkverkehr mit der ganzen Welt ab.
Zweck dieser Aktivität war, die Bedeutung des weltumspannenden Amateurfunk zu betonen. Dem gleichen Zweck diente der große internationale Funkwettbewerb "ITU Trophy Contest", den das Fernmeldeministerium Brasilien ausgeschrieben hatte.
DARMSTADT
IGI-Sachbearbeiter Tom Damboldt, DJ5DT, von der TH Darmstadt erbittet rege Mitarbeit am IGI-Programm. Vom FTZ wird besonders Wert auf die Erkundung von sporadischer E-Schicht-Ausbreitung im 10-m-Band gelegt. Lesen Sie dazu auch im DL-QTC April auf Seite 238 die Ausführungen des DX-Referates.
DISTRIKT HAMBURG
Die Aktion "Hamburg hilft der Aktion Sorgenkind" war auch für den Amateurfunk ein sehr großer Erfolg. Die Hamburger Funkamateure hatten die diversen Stationen mit 14 Operators besetzt, die je 100 Stunden an den Stationen arbeiteten.
Während dieser Zeit wurden bei einer Besucherzahl von 3.000 Personen Funkverbindungen mit 40 Ländern abgewickelt. Insgesamt wurden alle Ausstellungen anläßlich der Aktion von insgesamt 350.000 Personen besucht und ein Reingewinn zugunsten der Sorgenkinder in Höhe von DM 100.000,- erzielt, wovon die Aktionen der Funkamateure DM 3.000,- einbrachten.
Der Hamburger VW-Großhändler hatte 9 VW-Busse für die Aufnahme der Funkstationen zur Verfügung gestellt, die zu einer Wagenburg aufgefahren waren. Namhafte Künstler von Bühne, Fernsehen und Film, wie Peter Frankenfeld, Heidi Kabel und Henry Vahl, brachten lange im DARC-Funkdorf zu und ließen sich über den Amateurfunk ausführlich informieren. Den Hamburger OM unter der Leitung von OM Pohl gebührt Dank und Anerkennung für die Arbeit und den Enthusiasmus, mit dem sie den Amateurfunk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.
KIEL
Die AMSAT-Bodenstation für Satelliten-Verfolgung, WA1IOX, wird vom AMSAT-Clubmitglied, der Talcott Mountain UHF Society betrieben, die am Talcott Mountain Science Center in Avon, CT, besteht. Während des Fluges von OSCAR 5 im Vorjahr lieferte diese Station alle offiziellen Bahndaten, die von W1AW und anderen Stationen, hiernach auch DLØAB, verbreitet wurden. Der Welt erster Fernschaltbefehl an eine Amateur-Satelliten wurde von W1IOX an OSCAR 5 gesendet. Im Zuge der Vorbereitungen für das AMSAT-OSCAR-B-Projekt soll die Station wesentlich erweitert werden. Dazu wird ein kompletter Gebäude-Neubau für das AMSAT Tracking Headquarter geplant. Die Finanzierung ist durch die Mithilfe von Funkamateuren in einflußreichen Industrie- und Wirtschaftsstellen eingeleitet. Der auch 23.000 US-$ Kosten geschätzte Neubau soll möglichst zum Start von A-O-B voll betriebsklar sein. Ein nachführbarer 6-m-Parabolspiegel ist bereits montiert. Die AMSAT-Einrichtungen am Talcott Mountain sollen auch für ein Ausbildungs- und Trainingsprogramm für Satelliten-Verfolgung während des Fluges von A-O-B benutzt werden.
PRESSEDIENST MÜNCHEN
10 Jahre Konstanz-Treffen der Funkamateure
Am 10./11.07. feiern die deutschen Funkamateure ein seltenes Jubiläum: Sie begehen im zehnten Jahr ihr "Internationales Bodensee-Treffen" in Konstanz.
Solche Treffen dienen seit Jahrzehnten in aller Welt dazu, daß man drahtlos geknüpfte Beziehungen und Freundschaften durch persönliche Kontakte - gewissermaßen Auge in Auge - vertieft und festigt. In Konstanz kommt noch hinzu, daß die Amateurfunker sich daran gewöhnt haben, mit Kind und Kegel anzureisen. Die wunderschöne Umgebung reizt dazu, und man freut sich schon das ganze Jahr darauf.
Dieses Treffen hat eine amateurhistorische Vorgeschichte: Gleich nach Kriegsende trafen sich alljährlich die Amateure auf der Insel Reichenau. Aber schließlich wurde die Insel zu klein, um den Besucherstrom von 2.000-3.000 Personen aufzunehmen. Damals machte der Ortsverband Konstanz des Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) den ersten Versuch, unter dem Management seines Mitgliedes Rudi Kühne den Besuchermassen ein schönes Gelände und gute Unterkünfte zu beschaffen. Das gelang hervorragend im Konzil, nicht zuletzt infolge der freundschaftlichen Unterstützung durch den Bürgermeister und die Stadtverwaltung.
Umrahmt wird das Treffen von funksportlichen Wettbewerben und einer Amateurfunk-Gerätemesse. Die Krönung bildet am Samstag das große Ham-Fest (Tanzveranstaltung) mit einer Riesen-Tombola ohne Nieten.
KIEL
In einem Brief an die AMSAT vom 23.02. hat der 'Deputy Associate Administrator for Space and Science Applications' der NASA den Antrag der AMSAT auf Abschuß des Amateursatelliten unter folgenden Bedingungen gebilligt: 1) Es muß ein planmäßiger Raketenstart mit genügender Beipack-Kapazität gefunden werden. 2) Vorherige Demonstration zuverlässiger Fern-Abschaltmethoden für die Sendeanlagen des Amateursatelliten und 3) Sicherstellung, daß keinerlei Störungen für den Betrieb des Haupt-Satelliten entstehen können.
Aufgrund dieser Zusicherung der NASA ist der Start nach Fertigstellung von A-O-B, dem künftigen Amateursatelliten OSCAR 6 nur mehr eine Frage der Zeit.
BERLIN
Die Hauptversammlung 1971
Zur diesjährigen Hauptversammlung am 22./23.05. waren der Clubvorstand und der Amateurrat nach elf Jahren wieder einmal nach Berlin gekommen.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des DV Berlin, OM Hammer, DL7AA, eröffnete der Präsident OM Schultheiß, DL1QK, die Sitzung und wünschte einen guten Verlauf.
1) Nach reiflichem Überdenken der Situation einigte sich der AR dahingehend, daß auch ungerechtfertigte Angriffe und interne Streitigkeiten nicht ohne weiteres als 'clubschädigendes Verhalten' eingestuft und durch einen Ausschluß geahndet werden sollte. Es soll zunächst untersucht werden, die Angelegenheit durch eine Art Ehrengericht zu bereinigen. Der AR ging dabei von der Voraussetzung aus, daß beide Seiten aus - zumindest vermeintlich - guten Absichten für den DARC handelten.
2) Aus dem Jahresbericht 1970 einige kurze Auszüge. (Der vollständige Bericht liegt bei den OVs zur Einsichtnahme aus). Am Jahresende gehörten dem Club in 446 Ortsverbänden 19.669 unmittelbare und 1.410 über den VFDB in 22 Bezirksverbänden kooperativ angeschlossene Mitglieder an. Davon waren 13.296 (84 %) im Besitz einer Amateurfunkgenehmigung. Das QSL-Büro vermittelte 1970 rund 3,04 Mio. QSL-Karten.
3) Die EMC veranstaltete wieder die traditionellen innerdeutschen Wettbewerbe. Dabei errang der OV Bochum die Clubmeisterschaft. Der Wanderpreis ging somit endgültig in den Besitz des Distrikts Westfalen-Süd über.
4) Der Gesamt-Jahresbericht 1970 wurde vom Amateurrat einstimmig hingenommen.
Als Sprecher des AR und im Namen des gesamten Clubs dankte der DV Württemberg dem
Vorstand für die im letzten Jahr geleistete umfangreiche Arbeit. Abschließend erteilte
der AR dem Clubvorstand einstimmig Entlastung.
Der bisherige 1. Vorsitzende Jürgen Netzer und der 2. Vorsitzende Ulf Kluge wurden in
geheimer Wahl mit großer Mehrheit wiedergewählt. Beisitzer wurde der bisherige DV
Hessen, OM Kaiser, DK1QZ. Der Präsident, OM Schultheiß, gratulierte dem neuen Vorstand
und kündigte an, daß er aus gesundheitlichen Gründen nur noch bis zum Herbst im Amt
bleiben könne.
5) Die finanzielle Situation des DARC hatte es erforderlich gemacht, daß eine Beitragserhöhung angesichts der allgemeinen Entwicklung unumgänglich sei. Für 1972 werden als Jahresbeiträge festgesetzt: DM 50,- für über 18 Jahre alte Mitglieder; DM 25,- für über 18 Jahre alte, auf besonderen Antrag im Beitrag ermäßigte Mitglieder; DM 20,- für unter 18 Jahre alte Mitglieder. Die Möglichkeit der vierteljährlichen Beitragszahlung bleibt erhalten. Er beträgt jedoch ab 01.01.1972 DM 15,- bzw. DM 7,50 bzw. DM 6,-; also etwas mehr als ein viertel des Jahresbeitrags. Eine Erhöhung der OV-Anteile ist nicht vorgesehen.
6) Amateurfunk-Zentrum. Der AR ermächtigte und beauftragte mit Mehrheit den Geschäftsführenden Vorstand die erforderlichen Verträge für die Baudurchführung des ersten Bauabschnitts mit der Firma Gerdum & Breuer, Kassel, als Hauptunternehmer abzuschließen. Die Nachfolge des Sonderbeauftragten, OM Picolin, DL3NE, übernahm OM Hofmann, DJ3YN.
7) Im Auftrage der IARU Region 1 richtet der DARC im September in Duisburg die Europäischen Fuchsjagd-Meisterschaften aus.
8) Auf der Internationalen Funkausstellung 1971 in Berlin wird der DARC mit einem annähernd 400 m² großem Stand vertreten sein. (Näheres in DL-QTC 5/1971, Seite 311).
Weitere Ergebnisse der Hauptversammlung waren:
Das ausführliche Protokoll kann bei den OVs eingesehen werden.
Redaktion: DL1VT
Reprint: DC7XJ