Deutscher Amateur-Radio-Club

(D A R C) e.V.

Anlage 1

Bericht über die Entwicklung des DARC im Geschäftsjahr 1956/57

1) Allgemeines

Die Entwicklung des DARC im vergangenen Geschäftsjahr ist durch einen zahlenmäßigen Aufschwung gekennzeichnet, wie ihn der Verband bisher noch nicht erlebt hat, Ursache dafür ist in erster Linie die verstärkte Werbung, die bewußt und unbewußt in der Öffentlichkeit für den Amateurfunk und damit auch für den DARC gemacht wurde. Der Kulturfilm CQ DX Funkamateure, an dessen Herstellung der Ortsverband Hamburg maßgeblich beteiligt war, und der französische Spielfilm TKX antwortet nicht dürften dabei eine große Rolle gespielt haben. Aber auch die regionalen Veranstaltungen der Ortsverbände und Distrikte haben wesentlich dazu beigetragen.

Die Ausbildung der vielen neuen Mitglieder hat vor allem an die Ortsverbände ganz erhebliche Anforderungen gestellt. Um so dankbarer ist anzuerkennen, was in dieser Hinsicht geleistet wurde. Die in den letzten Jahren manchmal vermißte Bereitschaft zur Mitarbeit trat wieder in Erscheinung und führte in vielen, teils noch ganz jungen Ortsverbänden zu schönen Erfolgen. Das ist schon daran zu erkennen, daß auch die Zahl der Lizenzen erheblich mehr zugenommen hat, als in den voraufgegangenen Jahren.

Leider hatte das zunehmende Interesse der Öffentlichkeit am Amateurfunk aber auch eine Schattenseite: Das Schwarzsenden nahm erheblich zu. Dabei kam es in einigen besonders schwerwiegenden Fällen erstmalig wieder zur Anwendung des Schwarzsendergesetzes.

Innerhalb der Clubtätigkeit gewann die 80-m-Gemeinschaft (EMC) erheblich an Bedeutung. Ihre der Erhaltung der Amateurbänder gewidmete Arbeit fand ein unerwartet Echo nicht nur bei den Sendeamateuren, sondern auch bei den DEs und bei den Hörern. Das neugeschaffene Deutschland-Diplom übte dabei einen großen Anreiz aus. Aber auch die anderen Vorhaben der EMC erwiesen sich als sehr wirksam, zumal sie mit großem Geschick vorbereitet und durchgeführt wurden.

Auf technischem Gebiet trat der DARC mit dem von seinem technischen Referat entwickelten Amateur-Spezialempfänger „RX 57“ auf, der allgemein großes Interesse fand.

Die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundespost hatte weitere Fortschritte auf dem Lizenz-Gebiet zur Folge. So wurden am 1. Juli 1956 zwei neue UKW-Bereiche freigegeben, Außerdem erteilte das BPM im Winter 1956/57 wieder einer Reihe von Funkamateuren Sondergenehmigungen für 160 m. Auf Anregung des DARC konnten mit Belgien und Portugal Vereinbarungen über die gegenseitige Anerkennung von Amateurlizenzen getroffen werden, Entsprechende Regelungen mit England und Italien scheiterten leider an der Haltung der dortigen Behörden.

Die Beziehungen des DARC zu den ausländischen Verbänden erfuhren eine weitere Vertiefung beim Kongreß der IARU-Region 1 im Sommer 1956 in Stresa. Dabei wurden zwei deutsche Amateure (OM Lührs, DL1KV, und OM Dr. Lickfeld, DL3FM) in internationale Gremien gewählt.

Der WAE--DX-Contest des DARC wurde im Winter 1956/57 unter großer Beteiligung zum zweiten Mal durchgeführt.

Zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgte ein Wechsel des Vizepräsidenten. Da OM Lührs aus beruflichen Gründen zurücktreten mußte, wurde OM Bauer, DL1DX, mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt, OM Lührs übernahm im Anschluß an den Stresaer Kongreß das Auslandsreferat. Angesichts der zunehmenden Belastung des DX-Büros wurde im November OM Lilienthal, DL7AH, als Vertreter und Mitarbeiter des Referenten OM Hammer, DL7AA, berufen, Neu in den Verstand traf OM Oswald, DL1TQ, als Leiter der EmC ein. Der Deutschland-Rundspruch wurde zu einer offiziellen Einrichtung des DARC erklärt und OM Plage, DL1UM, übertragen. Bei der Geschäftsstelle und bei der QSL-Vermittlung wurden durch das Wachsen des Verbandes wesentliche Erweiterungen notwendig.

An 37 verdiente Mitglieder konnte im vergangenen Jahr die DARC-Ehrennadel verliehen werden.

Zum 1. Januar 1957 trat der Kurzwellen-Amateur-Club Saar (KWACS) e. V. dem DARC als korporatives Mitglied bei.


2) Einrichtungen des DARC

a) Das DL-QTC.

Die bereits Anfang 1956 durchgeführte Erweiterung der Redaktion des DL-QTC kam im Laufe des Jahres in vollem Maße zur Auswirkung. Die früher immer wieder geäußerten Klagen über die Clubzeitschrift sind im wesentlichen verstummt. Neben der Zusammenstellung der monatlichen Hefte widmete sich die Redaktion der Vorbereitung des Sonderhefts für Anfänger, das inzwischen unter dem Titel Starthilfe für Funkamateure erschienen ist.

Die monatliche DARC-Auflage des DL-QTC erhöhte sich bis zum Ende des Geschäftsjahres auf 8000 Exemplare, die sich folgendermaßen verteilen:

DARC-Mitglieder ca. 6800; VFDB-Mitglieder ca. 800; Interner Verteiler ca. 100; Austausch ca. 100; Belegexemplare ca. 50; WAE-Exemplare ca. 30; Reserve ca. 120.

b) QSL-Vermittlung.

Im Geschäftsjahr 1956/57 wurden von der QSL-Vermittlung ca. 1.040.000 QSL-Karten nach dem In- und Ausland zum Versand gebracht, gegenüber annähernd 900.000 im vorhergehenden Jahr. Diese umfangreiche Kartenmenge wurde in 3567 Einzelsendungen nach dem Ausland und an die diversen Distrikts-QSL-Vermittler verschickt. In diesen Angaben enthalten sind sämtliche QSLs für die Nichtmitglieder des DARC, wie auch für DL2, DL4, DL5, DM und 9S4-Stationen. Die Karten würden gestapelt eine ungefähre Höhe von 284 m und ein Gewicht von 63 Zentnern ergeben!

Sämtliche Distrikte wurden regelmäßig zweimal monatlich mit QSL-Sendungen versorgt, und zwar jeweils am 1. und 16. des Monats. Während der Urlaubsmonate Juli/August nur einmal. Sämtliche dem QSL-Büro zur Weiterleitung nach dem Ausland eingereichten QSL-Karten wurden mindestens einmal im Monat, je nach vorliegender Stückzahl auch bis zu sechsmal, an die entsprechenden QSL-Vermittlungen oder direkt zum Versand gebracht. Was kurzzeitigen und regelmäßigen Versand unter günstigster Portoausnützung anbelangt, dürften wir an der Spitze sämtlicher QSL-Vermittlungen stehen.

Mit Ausnahme der Karten für Nichtmitglieder blieben keine QSLs länger als 14 Tage bzw. vier Wochen liegen, was den In/Auslandsversand anbetrifft. Nichtmitglieder des DARC werden in gewissen Zeitabständen über ihre bei der QSL-Vermittlung lagernden und nach Überweisung des entsprechenden Unkostenbeitrags für sie zur Verfügung stehenden QSL-Karten benachrichtigt.

Die Bearbeitung des DJ/DL-Rufzeichenblocks im Internationalen Call Book Magazine wurde übernommen. Neue Lizenzen wurden sofort nach Ausgabe dem Verlag in internationaler Schreibweise mitgeteilt. Die Gesamtüberarbeitung der Angaben im Call Book ist noch im Gange.

Das weitere Ansteigen der neuen Lizenzen sowie die Stiftung des DLD-Diploms, dazu die anhaltend guten Bedingungen auf allen Bändern, brachten ein weiteres rapides Anwachsen der QSL-Mengen in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres mit sich. Gegenüber 1956/57 ist im ersten Halbjahr 1957/58 bereits ein Zuwachs von 20 % zu verzeichnen.

DL1 BA

c) Referate

Hand in Hand mit der Ausdehnung des Clubs ergab sich eine zunehmende Belastung der einzelnen Referate. Teilweise übersteigt sie jetzt das im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit Zumutbare erheblich, so daß nach neuen Lösungen gesucht werden muß.

UKW-Referat.

Als das UKW-Referat des DARC 1952 von DL3FM übernommen wurde, war es, das damals noch nicht ein offizielles Referat war, eine Sammelstelle, deren Aufgabe es in alIererster Linie war, Tätigkeitsberichte zu sichten und in eine monatliche Rundschau umzuschmelzen. Im Laufe der vergangenen Jahre hat das UKW-Referat diesen relativ einfachen Rahmen verlassen und sprengen müssen. Die immer mehr zur Selbstverständlichkeit werdende Möglichkeit, auf UKW außerdeutsche Länder zuverlässig zu arbeiten, zwang jeden Vorausschauenden zu überregionaler Sicht und Arbeit. Es braucht hier wohl nicht mehr in Einzelheiten dargestellt zu werden, wie sehr das UKW-Referat des DARC mit den überregionalen Institutionen der Region 1 der IARU verknüpft ist. Ein Spiegel dieses Arbeitsbereiches ist die Korrespondenz, die immer umfangreicher wird und ihrerseits in sich stetig steigernden Portoauslagen ihren Niederschlag findet. Unerschlossene UKW-Gebiete zu eröffnen, betrachten wir als eine bedeutsame Aufgabe. So ist es nicht verwunderlich, daß der Ostblock mehr und mehr erarbeitet wird. Die bisher erzielten Erfolge bestätigen unsere Arbeit.

Mehr und mehr entwickelt sich das UKW-Referat zu einer Auskunftsstelle für technische Anfragen, die das UKW-Gebiet betreffen, und aus den Kreisen der deutschen UKW-Amateure wird der Wunsch immer deutlicher spürbar, das UKW-Referat mit einem technischen UKW-Referat zu verbinden, dessen Aufgabe es wäre, UKW-Geräte zu testen und zu entwickeln.

Als Leiter des Ständigen UKW-Komitees der Region 1 der IARU hat der UKW-Referent des DARC an einer Arbeitssitzung dieses Komitees teilgenommen, die im April in Paris stattfand. Was erreicht wurde – und es war erstaunlich viel Konkretes! – braucht an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden, betont sei aber, daß das „PVHFC“ auf Grund seiner sich in Paris mit aller Deutlichkeit manifestierenden Wichtigkeit zu einer permanenten Einrichtung der IARU-Region 1 geworden ist.

Die Anzahl der auf UKW tätigen deutschen Amateure nimmt stetig zu und dürfte bald ein halbes Tausend erreicht haben. Der weitaus überwiegende Teil dieser Aktiven ist im 2-m-Band zu finden, seit kurzer Zeit ist aber auch eine deutliche Belebung des 70-cm-Bandes zu verspüren. Selbst das 24-cm-Band beginnt, aus der Ebene der rein theoretischen Betrachtungen herauszurücken. Von entscheidender Bedeutung für die Erschließung des UKW-Spektrums waren und sind moderne technische Artikel in Das DL-QTC.

UKW-Erstverbindungen sind entscheidende erste Schritte in Richtung auf die physikalischen Möglichkeiten, die dem UKW-Spektrum eigen sind. Im Geschäftsjahr 1956/57 wurde die 2-m-Erstverbindung DL/YU durch DL6MH getätigt. Besonders bedeutsam sind fünf Erstverbindungen auf dem 70-cm-Band: DL/HB und DL/OK durch DL6MH, DL/F durch DL9QD und DL/ON, DL/HB durch DL3NQ. Weltbestes DX auf 435 MHz wurde durch DL3YBA in einer Verbindung mit G3HAZ über 800 km erzielt.

Die Möglichkeiten der UKW-Amateure, am IGY mitzuarbeiten, sind begrenzt. Sie wurden durch eine unverzeihliche Verzögerung in der Aufstellung einer Station DLØIGY beträchtlich beschränkt! Es wäre besser gewesen, sich auf die private Initiative der UKW-Leute zu verlassen! Aurora-Effekte wurden in der Zwischenzeit verschiedentlich beobachtet und berichtet.

Im September fand wieder eine Weinheimer Tagung der UKW-Amateure statt. Sie ist für das UKW-Referat von größter Bedeutung, da es aus berufenem Munde positive und negative Kritiken erfährt. DL3NQ und DJ1SB gebührt der Dank des DARC für die Mühen bei der Gestaltung dieser Tagung, die ihre Wurzeln obendrein zu einem nicht geringen Teil in der UKW-Rundspruch-Arbeit von DJ1SB hat.

Nur der glückliche Umstand, daß der UKW-Referent des DARC im Augenblick in freier Tätigkeit Zeit für seine Referatspflichten findet, hat es verhindert, daß das UKW-Referat überfordert wurde. Wenn der DARC nicht eine notwendige und zugleich natürliche Entwicklung im Keime ersticken will, wird er in absehbarer Zeit gezwungen sein, die Ehrenamtlichkeit des UKW-Referaten aufzuheben. Der Idealismus ist überfordert!

DL3FJ, DL3FM

EMC.

Die EMC wurde mit dem Ziel gegründet, der Bandbelegung durch kommerzielle Dienste mit legalen Mitteln entgegenzutreten, Dieses Ziel soll erreicht werden durch

  1. Stärkere Belegung der Bänder (Wettbewerbe, Deutschlanddiplom, Expeditionen in „seltene DOKs“);
  2. Beobachtung und Meldung der Fremdstationen;
  3. Einleitung begründeter Beschwerden über Störungen des Amateurfunkverkehrs durch kommerzielle Stationen.

Gesichtspunkt Nr. 1 ist Leitmotiv aller Maßnahmen der EMC. Die EMC unterhält kein Büro, sondern erledigt allen Geschäftsverkehr auf den Bändern. Dazu ist ein gut funktionierendes Nachrichtennetz notwendig geworden, das zur Einrichtung der EMC-Stationen geführt hat. Es nahmen den Betrieb auf: R-Stationen; sie verbreiten Nachrichten an die EMC-Mitglieder in deutscher Sprache, die wöchentlich neu herausgegeben werden.

V-Stationen tun dasselbe, jedoch nach dem Ausland hin und zwar jeweils in der betreffenden fremden Sprache.

K-Stationen sind Stationen der EMC im Ausland, die für die Mitglieder der EMC in ihrem Land die Nachrichten in ihrer Landessprache übermitteln.

C-Stationen sind Stationen der EMC-Leitung. Sie verbreiten normalerweise keine Nachrichten, obgleich sie natürlich über alles genau informiert sind, sondern nehmen Anfragen und Mitteilungen an, die für die EMC-Leitung bestimmt sind, leiten diese weiter, oder beantworten sie sofort.

Enger Kontakt der EMC-Mitarbeiter wird über feste 80-m-Linien untereinander gehalten. Die Gesamtmitgliederzahl der EMC (Lizenzträger und Hörer) liegt bereits über 1000! Die Mitgliedschaft in der EMC ist kostenlos, es bestehen keinerlei Verpflichtungen, außer der einen, verstärkt auf den gefährdeten Bändern zu arbeiten.

An Deutschlanddiplomen (DLD) wurden verliehen

94 DLD-100
21 DLD-150
4 DLD-200
1 DLD-H

Um die Auswertung der über 20.000 Karten, die in Verbindung damit bei der EMC durchliefen, vornehmen zu können, mußten von ca. 4000 Rufzeichen die DOKs gesammelt, registriert und veröffentlicht werden.

Eine intensive Hörerberatung wurde geschaffen, drahtlose Morsekurse und technische Betreuung durchgeführt, das DLD ausgearbeitet, eine Modernisierung der DE-Bedingungen veranlaßt und der DEM wiedererweckt.

Es hat sich in der EMC eine Gemeinschaft zusammengefunden, die einmalig ist in ihrer Art, ihrer Organisation und ihrer Tätigkeit. Die EMC hat keine Satzung, sie ist kein Verein, kennt keine Ränge und keine Beiträge. Wo liegen ihre Grenzen?

DL1TQ

Technisches Referat.

Im Vordergrund der Arbeit stand die Entwicklung des Amateursupers „RX 57“, der nach Überwindung zahlloser Schwierigkeiten und Engpässe in der Einzelteilanlieferung herstellungsreif gemacht werden konnte. Ein entsprechender Sender wurde in seinen Grundzügen entwickelt und soll anschließend angeboten werden. Aus den Reihen der Mitglieder wurde der Wunsch geäußert, auch einen möglichst einfachen Empfänger und Sender zu erstellen, die ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten angepaßt sind. Die heutzutage sehr erschwerten Betriebsbedingungen – insbesondere auf der Empfangsseite – machen eine brauchbare Lösung nicht einfach. Vorversuche zeigten jedoch, daß es möglich sein wird, einen besonders gestalteten Geradeausempfänger zu schaffen, der den heute geforderten Trennschärfeanforderungen einigermaßen gerecht wird.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang noch, daß das technische Referat den DARC fast nichts gekostet hat, denn die Gelder, die der Club für diese Referat aufwendete, kamen bis auf einen geringen Rest durch die Provisionen wieder herein, die die Firma Funke dem DARC für die vom Techn. Ref. entwickelten und von angefertigten Standardgeräte zahlte.

DX-Büro.

Im vergangenen Jahr konnten erteilt werden: 12 WAE-Diplome I. Klasse, verbunden mit der WAE-Ehrenmitgliedschaft im DARC; 49 WAE-Diplome der Klasse II; 128 WAE-Diplome der Klasse III. Außerdem wurde der zweite WAE-DX-Contest vorbereitet und durchgeführt, Daneben lief die Bearbeitung der Anträge deutscher OM auf Erteilung ausländischer Diplome. Zur Betreuung der DX-Amateure wurde als Ergänzung zu den DX-Berichten im DL-QTC in unregelmäßiger Folge das DX-MB herausgegeben.

Pressereferat.

Neben den normalen Aufgaben (Unterrichtung der Presse, Zeitschriftenaustausch usw.) widmete sich das Pressereferat insbesondere der Vorbereitung auf die Vorführungen des Films TKX antwortet nicht In Deutschland. Zu diesem Zweck wurde die im AR bereits verteilte Broschüre Hobby als Retter in der Not geschaffen.

Auslandsreferat.

Das Auslandsreferat bemühte sich vor allem um möglichst enge Kontakte zu den Amateurverbänden. Im Berichtszeitraum fand der 3. Kongreß der IARU-Region 1 in Stresa statt, bei dem der Auslandsreferent in das Internationale Komitee gewählt wurde, das sich zur Zeit primär mit den Vorarbeiten für die 1959 stattfindende Funkverwaltungskonferenz befaßt. Der DARC hat auf diese Weise die Möglichkeit, unmittelbar Einfluß auf die Pläne und Maßnahmen der IARU zu nehmen.


3) Organisatorische Entwicklung

Der effektive Mitgliederzuwachs lag mit 887 = 15 % im Geschäftsjahr 1956/57 erheblich über der Zuwachsrate der vergangenen Jahre (5–10 %). Insgesamt wurden 1496 neue Mitglieder aufgenommen, 609 Mitglieder schieden aus.

Auch die Zahl der lizenzierten Mitglieder erhöhte sich mit 435 = 14 % erheblich mehr als bisher.

224 neue DE-Nummern wurden erteilt.

Die Zahl der DARC-Ortsverbände erhöhte sich um 18. Es wurden im Berichtszeitraum 20 neue Ortsverbände gegründet und zwei aufgelöst.

Die distriktsweise Aufschlüsselung zeigte im einzelnen am 31.3.1957 folgendes Bild (Zahlen des Vorjahres in Klammern):

Distrikt Ortsver-
bände
Mitglieder davon
DL/DJ
davon
nur DE

Nichtmitgl.
Lizenzen

Baden 18 (15) 507 (374) 269 (225) 22 (19) 48
Bayern-Nord 19 (18) 483 (424) 254 (232) 34 (37) 49
Bayern-Süd 21 (18) 651 (604) 331 (296) 61 (48) 54
Berlin 12 (12) 323 (305) 136 (135) 53 (59) 29
Hamburg 4 ( 4) 487 (465) 223 (217) 38 (37) 44
Hessen 23 (21) 598 (504) 355 (306) 23 (23) 99
Köln-Aachen 17 (16) 506 (429) 233 (202) 34 (38) 39
Niedersachsen 24 (25) 555 (483) 305 (241) 42 (36) 56
Nordsee 17 (16) 383 (307) 217 (179) 16 (21) 52
Rheinland-Pfalz 15 (13) 295 (238) 127 (105) 16 (10) 18
Ruhrgebiet 26 (28) 637 (638) 303 (294) 41 (39) 81
Schleswig-Holst. 17 (15) 278 (229) 145 (138) 13 (10) 39
Westfalen-Nord 19 (15) 346 (265) 109 (165) 15 (10) 56
Westfalen-Süd 20 (20) 447 (402) 226 (189) 30 (24) 32
Württemberg 19 (17) 441 (355) 269 (233) 33 (13) 65






DARC 271 (253) 6937 (6050) 3592 (3157) 471 (429) 761 (789)
VFDB   875 (690) 214 (184)    
KWACS 4 (----) 135 (-----) 62 (-----)    
 


   
Insgesamt 275 (253) 7947 (6740) 3868(3341)    

Erteilt waren insgesamt 4629 (4130) Lizenzen.

Auch diesmal war die Entwicklung in den einzelnen Distrikten sehr unterschiedlich. Erheblich über dem Durchschnitt lag der Mitgliederzuwachs in den Distrikten Baden (35 %!), Nordsee (25 %), Rheinland-Pfalz und Württemberg (beide 24 %), während er in den Distrikten Bayern-Süd, Berlin und Hamburg kleiner war (unter 10 %). Eine Verringerung der Mitgliederzahl trat jedoch in keinem Distrikt ein.

Die Lizenzahlen erhöhten sich – mit Unterschieden – ebenfalls in allen Distrikten. An der Spitze liegt hier der Distrikt Niedersachsen mit 25 % vor den Distrikten Baden, Nordsee, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Süd mit 20 %.

Beim Vergleich der Zahlen der Distrikte Ruhrgebiet und Westfalen-Nord mit denen des Vorjahres ist zu berücksichtigen, daß drei Ortsverbände des Ruhrgebiets im Laufe des Jahres zum Distrikt Westfalen-Süd wechselten.

Der Prozentsatz der Nichtmitgliederlizenzen hat sich erfreulicherweise von 19 auf 16 % verringert.


4) Finanzielle Entwicklung

Dem Geschäftsjahr lag der folgende, am 3.11.1956 vom AR angenommene Haushaltsplan zugrunde (s. Protokoll der AR-Sitzung vom 3./4.11.56):

Einnahmen Ausgaben
DM 157.500 Beiträge
1000 Aufnahmegebühren
100 DE-Gebühren
7500 Sonstige Einnahmen
Das DL-QTC: Verlag und Druck DM 50.000

Redaktion

15.000
QSL-Vermittlung 19.500
Distrikte- und Ortsverbandsanteile 35.500
Porti und Fernsprechgebühren 6000
Drucksachen und Bürokosten 5500
Reisekosten 3000
Bücher und Zeitschriften 500
Geräte und Inventar 3500
Versicherung 1600
Mieten 1200
Gehälter 16.800
Sozialleistungen 1500
IARU 2500
Sonstige Ausgaben 1500
Reserven und Rückstellungen 2500


DM 166.100 DM 166.100

Die von den Rechnungsprüfern OM Pehrs, DJ3TZ, und OM Tietz, DL1GU, geprüfte Jahresabrechnung und die Bilanz per 31.3.1957 gehen mit zusätzlichen Erläuterungen aus der Anlage 2 hervor.

Die Abrechnung zeigt, daß die Einnahmen etwa DM 17.500 dem Voranschlag lagen. Das Aufkommen aus Beiträgen und Aufnahmegebühren war der erhöhten Mitgliederzahl entsprechend um ca. DM 12.000 größer Die sonstigen Einnahmen erhöhten sich in erster Linie durch vermehrte Provisionszahlungen der Firma Max Funke, Nachnahme- und Diplomgebühren um ca. DM 5500.

Auf der Ausgabenseite lagen dafür folgende Posten über dem Voranschlag:

  1. Das DL-QTC durch Vergrößerung der Auflage und Erhöhung der Honorare, um ca. DM 3000;
  2. Distrikts- und OV-Anteile um ca. DM 2500 entsprechend der Mitgliederzahl;
  3. Drucksachen und Bürokosten um ca. DM 3000 durch die Herstellung der Ausschreibungen und Diplome für DLD und WAE (Neuauflage);
  4. Geräte und Inventar um ca. DM 1200 durch weitere Anschaffungen bei den Referaten;
  5. QSL-Vermittlung und Gehälter um ca. DM 2000 durch planmäßige Gehaltsaufbesserungen;
  6. Sonstige Ausgaben um ca. DM 1500 durch weitergegebene Provisionen (s. o.);
  7. In die Rückstellungen wurden weitere DM 3000 einbezogen, die der AR im April 1957 für die Erweiterung von Geschäftsstelle und QSL-Vermittlung bewilligt hatte.

Im übrigen entsprechen die Ausgaben im wesentlichen dem Voranschlag. Auf Grund früherer AR-Beschlüsse wurden zurückgestellt für

KW-Tagung: DM 1500
Sonderheft DL-QTC: DM 1000

Das Geschäftsjahr schließt mit einem Einnahmenüberschuß von DM 1533,51, durch den sich die finanzielle Reserve des Clubs auf DM 22.879,36 erhöht. Davon sind DM 19.081,09 auf Postsparkonto zinsenbringend angelegt.


17.10.57

DL1JB


Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ


Inhalt 1957 Rundspruch-Archiv