PROTOKOLL
über die Sitzung des Amateurrats am 28./29.05.1960


Tagungsort: Saarbrücken, ATSV-Turnhalle, Jahnzimmer

Tagungszeiten: Sonnabend, 28.05.1960, 09:15-12:30 Uhr und 14:30-19:15 Uhr;
Sonntag, 29.05.1960, 09:30-14:00 Uhr.

Tagesordnung:
  1. Ergebnisse der letzten AR-Sitzung;
  2. Jahresberichte des Vorstands und der Referenten;
  3. Berichte der Rechnungsprüfer, Vorlage und Genehmigung der Abrechnung für das Geschäftsjahr 1959;
  4. Entlastung des Vorstands;
  5. Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 1960;
  6. Satzungsänderungen;
  7. Ergebnisse der Genfer Funkverwaltungskonferenz 1959;
  8. IARU-Kongreß 1960;
  9. Abschlußbericht über das Internationale Geophysikalische Jahr und die Internationale Geophysikalische Zusammenarbeit;
  10. Jugend- und Nachwuchsbetreuung;
  11. Zeitschriftenfragen;
  12. Ehrennadel-Verleihungen;
  13. Allgemeine Aussprache;
  14. Anträge und Verschiedenes.
Teilnehmer:
Vorstand: Präsident:
Vizepräsident:
Beisitzer im geschfhr. Vstd.:
Sekretär:
Technischer Referent:
UKW-Referent:
DX-Referent:
Jugendreferent:
EMC-Referent:
Beisitzer im erweiterten Vorstand (EMC):
R. Rapcke, DL1WA;
W. Feilhauer, DL3JE;
W. Schulze, DL1AP;
H. Hansen, DL1JB;
G. Paffrath; DL6EG;
Dr. K. G. Lickfeld, DL3FM;
R. Hammer, DL7AA;
H. H. Dattenberg;
H. G. Fessel, DJ3KF;
U. Schwenger, DL6JG.
Amateurrat: DV Baden:
DV Bayern-Nord:
DV Bayern-Süd:
DV Berlin:
DV Hamburg:
DV Hessen:
DV Köln-Aachen:
DV Niedersachsen:
DV Nordsee:
DV Ruhrgebiet:
DV Rheinland-Pfalz:
DV Saar:
DV Schleswig-Holstein:
DV Westfalen-Nord:
DV Westfalen-Süd:
DV Württemberg:
Vorstand VFDB e.V.:

F. Trüb, DL6IT;
K. Herbig, DL1EK;
U. Gradmann, DL9PL;
Kh. Kollmorgen, DL7DZ;
G. Kruse, DL9OA;
R. Romeike, DL1QW;
S. Huber, DL1WN;
A. Kirchner, DL3IV;
i.V. E. Klein, DL1PS;
H. Picolin, DL3NE;
Frau E. Reimann, DJ3TP;
R. Schöneberger, DL8DF;
K. Schirmer, DL1GG;
G. Schlagbaum, DJ1FC;
K. Schultheiß, DL1QK;
E. Ludwig, DJ3JZ;
A. Schädlich, DL1XJ (gleichz.
als stellvertr. Ausl. Ref.), bzw.
H. Müller, DL9YS.
Ferner: DL-QTC Schriftleitung:

-"- Verlag:
QSL-Vermittlung:
Geschäftsstelle:
Rechnungsprüfer:

Rundspruchredaktion:
IGY/IGC:

Jugendreferat (Hörkarten-Sammelstelle):
R. Auerbach, DL1FK und
F. Kühne, DL6KS;
W. Körner, DL1CU;
H. Pankow, DL1BA;
L. Röhling, DL1FM;
A. Niebergall, DL1ON, und
K. Pehrs, DJ3TZ;
W. Plage, DL1UM;
Frau M. Klein, DL6YL, und
E. Brockmann, DJ1SB;
F. Eberhard, DL3JL.

Während einiger Stunden nahmen auch Dr. J. Simonnet, F9DW (Schatzmeister der IARU-Region I), Dr. E. Surber, HB9SU (Präsident der USKA), und Dr. H. Lauber, HB9RG, an den Sitzungen teil. Ferner wohnten ihnen eine Reihe von DARC-Mitgliedern bei.


Nachdem am Freitag, dem 27.05. nur interne Vorbesprechungen stattgefunden hatten, begann die offizielle Sitzung am Sonnabendmorgen. Der Präsident eröffnete sie mit einer Begrüßung der Teilnehmer und einem Dank an den Distrikt Saar für die Ausrichtung der Tagung. Er stellte dem AR die neuen Distriktsvorsitzenden DL9OA (Hamburg), DJ3TP (Rheinland-Pfalz), DL8DF (Saar) und DL1GG (Schleswig-Holstein) vor. Dann überreichte er XYL Reimann, DJ3TP, sowie den OM Huber, DL1WW, Schöneberger, DL8DF, Gradmann, DL9PL, Schlagbaum, DJ1FC, Ludwig, DJ3JZ, und Fessel, DJ3FK, die ihnen in Anerkennung ihrer Verdienste um den deutschen Amateurfunk verliehenen golden DARC-Ehrennadeln. - (Die gleiche Ehrung wurde im späteren Verlauf auch OM Dr. J. Simonnet, F9DW, zuteil, als er am Sonnabendnachmittag eine Zeitlang an der Sitzung teilnahm.) -

Im Anschluß daran gab DL1WA an Hand grafischer Darstellungen, von denen die Sitzungsteilnehmer Fotokopien erhielten, einen anschaulichen Überblick über die Entwicklung des DARC im vergangenen Jahr.

Die Leitung der Versammlung übernahm dann Vizepräsident DL3JE. DL1JB stellte zunächst die Anwesenheit fest. Der Vorstand war mit Ausnahme des einen stellvertretenden Auslandsreferenten, OM Klar, DL1GR, der aus beruflichen Gründen verhindert war, vollzählig. Im AR wurden der DV Nordsee (DL9IY) durch OM Klein, DL1PS, der VFDB-Vorstand durch OM Schädlich, DL1KJ, bzw. OM Müller, DL9YS, vertreten.

Auf Grund der satzungsmäßigen, rechtzeitigen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnung war der AR beschlußfähig. Die Zahl der Stimmberechtigten wurde mit 17 festgestellt. Die Versammlung trat daraufhin in die Tagesordnung ein.


1. Ergebnisse der letzten AR-Sitzung

Das mit OV-Rundschreiben Nr. 10/59 am 24.11.1959 verteilte Protokoll über die AR-Sitzung am 14./15.11.1959 in Nürnberg wurde ohne weitere Aussprache bestätigt.


2. Jahresberichte des Vorstands und der Referenten

Dazu verwies DL1JB auf die dem AR vorliegenden schriftlichen Berichte, die mit OV-Rundschreiben Nr. 5/60 am 18.05.1960 verteilt worden waren.

Der DV Westfalen-Süd DL1QK bemängelte das Fehlen eines Berichts des Jugendreferates. Der Jugendreferent DL9IM antwortete darauf, daß das Referat mit Zahlen über vermittelte SWL-Karten und Diplome sowie mit Daten über veranstaltete Wettbewerbe aufwarten könnte, daß aber die eigentliche Arbeit des Referates bisher nicht in vollem Umfang habe aufgenommen werden können, weil die vorgesehene Ergänzung der Satzung (ausdrückliche Erwähnung der Jugendförderung als Ziel des DARC) noch nicht erfolgt sei. Erst wenn das geschehen sei, könne er mit den Jugendbehörden in Verbindung treten und damit die Arbeit des Referats auf eine breitere Basis stellen.

Das DX-Büro wurde von mehreren Seiten auf Beschwerden über zu lange Laufzeiten der Diplome aufmerksam gemacht.

Im übrigen wurden die Berichte ohne weitere Diskussion angenommen.


3. Berichte der Rechnungsprüfer, Vorlage und Genehmigung der Abrechnung für das Geschäftsjahr 1959

Die Einnahme-Ausgabe-Rechnung für das Geschäftsjahr 1959 und die Bilanz per 31.12.1959 waren dem AR mit Rundschreiben vom 10.05.1960 vorgelegt worden (an die Ortsverbände wurde sie mit OV-Rundschreiben Nr. 5/60 am 18.05.1960 verteilt). Die Rechnungsprüfer DL1ON und DJ3TZ erstatteten dem AR dazu einen eingehenden Bericht über die am 06./07.05.1960 bei der Geschäftsstelle in Kiel durchgeführte Prüfung und erteilten folgenden Prüfungsvermerk:

"Wir haben die Bilanz per 31.12.1959 und die Einnahme-Ausgabe-Rechnung für das Geschäftsjahr 1959 (01.01.-31.12.1959) an Hand der Belege und Schriften der Geschäftsstelle des DARC e.V. in Kiel rechnerisch und sachlich geprüft und für ordnungsmäßig befunden."

In ihrem Bericht demonstrierten die Rechnungsprüfer die Verteilung der Ausgaben am Beispiel eines einzelnen Mitgliedsbeitrags wie folgt:

DL-QTC, Verlag, Druck und Versand DM 8,61 = 33,10 %
Geschäftsstelle DM 3,95 = 15,20 %
OV-Anteil DM 3,07 = 11,80 %
QSL-Vermittlung DM 2,65 = 10,20 %
Distrikts-Anteil DM 2,08 = 8,01 %
DL-QTC, Schriftleitung DM 1,77 = 6,80 %
Technisches Referat DM 0,74 = 2,85 %
Ausstellungen, Tagungen etc. DM 0,50 = 1,90 %
DX-Büro DM 0,40 = 1,56 %
EMC DM 0,42 = 1,60 %
Inventar, Geräte etc. DM 0,35 = 1,35 %
IGK DM 0,35 = 1,34 %
Versicherung DM 0,23 = 0,90 %
Geschäftsführender Vorstand DM 0,24 = 0,96 %
Pressestelle DM 0,19 = 0,73 %
UKW-Referat DM 0,18 = 0,70 %
IARU-Beitrag DM 0,10 = 0,38 %
DE-Referat DM 0,16 = 0,60 %
Auslandsreferat DM 0,01 = 0,02 %


Normaler Jahresbeitrag eines Mitglieds DM 26,00 = 100,00 %

Diese Aufschlüsselung berücksichtigt allerdings nicht, daß bei einigen Referaten den Ausgaben auch Einnahmen gegenüberstehen, die nicht aus Mitgliedsbeiträgen stammen, und die in der Jahresabrechnung unter 'Sonstige Einnahmen' zusammengefaßt sind. Dadurch verringern sich die aus Mitgliedsbeiträgen bestrittenen Ausgaben gegenüber den in der Jahresabrechnung genannten Gesamtausgaben wie folgt:

DL-QTC (Verlag, Druck, Versand), durch Einnahmen aus
Anzeigenanteile, um DM 1.904,00
auf DM 90.806,75
Geschäftsstelle, durch Einnahmen aus Nachnahmegebühren,
Zinsen, Überschüssen aus Warenverkauf und Sonstigem, um
DM 16.115,34
auf DM 26.192,41
QSL-Vermittlung, um DM 109,15 auf DM 28.445,68
Technisches Referat, durch Einnahmen aus Provisionen
(abzüglich der weitergegebenen), um DM 5.837,20
auf DM

2.146,37

DX-Büro, durch Einnahmen aus Diplomgebühren um
DM 736,40
auf DM

3.645,07

EMC, durch Einnahmen aus Diplomgebühren, um DM 1.116,10 auf DM

3.373,96

Der AR empfahl, diese Tatbestände bei künftigen Jahresabrechnungen von vornherein deutlich zu machen.

Im Hinblick auf die Jahresabrechnung hatte der Distrikt Berlin am 28.04.1960 einen Antrag wegen angeblich zu hoher Ausgaben und ungenügender Nachweise beim DX-Büro gestellt. Als sich im Laufe einer Aissprache herausstellte, daß dieser Antrag von falschen Voraussetzungen ausgegangen war, wurde er vom DV Berlin DL7DZ mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgezogen.


4. Entlastung des Vorstands

Im Anschluß an den Bericht der Rechnungsprüfer erteilte der AR auf Antrag des DV Westfalen-Süd DL1QK dem Vorstand mit 16 gegen 1 Stimme (Hessen) Entlastung. Als Sprecher des AR dankte DL1QK allen Vorstandsmitgliedern und ihren Helfern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.


5. Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 1960

Ein Vorschlag dazu war dem AR am 10.05.1960 von der Geschäftsstelle vorgelegt worden. Er berücksichtigte bereits die von den Distrikten Baden bzw. Hessen gestellten Anträge, dem Technischen Referat bzw. dem UKW-Referat künftig mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Technische Referent DL6EG mußte jedoch erklären, daß die Leistungsfähigkeit seines Referats zur Zeit aus personellen Gründen nicht vergrößert werden könne, und daß er daher im laufenden Jahr mit DM 4.000 auskäme. - Gegenüber dem Vorschlag der Geschäftsstelle, die Distriktsanteile mit Wirkung ab 01.04.1960 den gestiegenen Mitgliederzahlen entsprechend zu erhöhen, beantragte der DV Bayern-Süd DL9PL, die neuen Sätze bereits rückwirkend ab 01.01.1960 zu zahlen. Der AR stimmte diesem Antrag ebenso zu, wie einem Antrag des Distrikts Saar, ihm im Hinblick auf seinen Neuaufbau einen einmaligen Zuschuß von DM 300 zu gewähren. - Von den für die EMC zunächst veranschlagten DM 4.500 wurden auf  ihre Empfehlung DM 1.000 für ein Auswerte-Center für Amateurbeobachtungen (s.u., Punkt 9 der TO) abgezweigt. - Der Haushaltsplan des DARC für das Geschäftsjahr 1960 wurde dann vom AR in folgender Fassung einstimmig angenommen:

Einnahmen

Ausgaben

DM 280.000 Beiträge

2.000

Aufnahmegebühren

200

DE-Gebühren

20.000

Sonstige Einnahmen
Das DL-QTC: Verlag, Druck, Versand

DM 97.500

-"-: Redaktion

20.000

Der Kurzwellenhörer (Ausfallbürgschaft d. DARC)

4.000

Distrikts- und Ortsverbandsanteile

62.000

Geschäftsstelle

44.000

QSL-Vermittlung

32.000

Geschäftsführender Vorstand

3.000

Technisches Referat

4.000

UKW-Referat

6.000

DX-Referat

3.000

EMC-Referat

3.500

Auswerte-Center für Amateurbeobachtungen

1.000

Jugendreferat

3.000

Auslandsreferat

1.000

Pressestelle

1.500

IARU-Beiträge und -Kongreßteilnahme

3.000

Reichenautreffen

600

Provisionen

2.000

Versicherung

3.000

Umsatzsteuer

1.000

Reserven und Rückstellungen

7.100



DM 302.200 DM 302.200

Die bisher übliche Austauschbarkeit der Titel soll auch weiterhin bestehen bleiben.


6. Satzungsänderungen

Um die im Laufe der Zeit geäußerten Änderungswünsche insgesamt zu erfassen und auf einmal zu erledigen, hatte der AR bei seiner Sitzung am 04./05.07.1959 in Hanau einen Satzungsausschuß gebildet, dem der DV Ruhrgebiet DL3NE, der DV Westfalen-Süd DL1QK und DL1JB angehörten. Dieser Ausschuß hatte dem AR zur Sitzung am 14./15.11.1959 in Nürnberg einen Entwurf für die Neufassung der Satzung vorgelegt, der jedoch nicht in allen Punkten die Zustimmung der erforderlichen Mehrheit gefunden hatte. Dem Ausschuß waren dann in Nürnberg folgende Richtlinien mitgegeben worden:

a) Die jugendfördernden Ziele des DARC sollen in der Satzung stärker als bisher zum Ausdruck gebracht werden.

b) Die Unterscheidung in aktive und passive Mitglieder soll aufgehoben werden.

c) Die Spitze des Clubs soll insofern neugegliedert werden, als dem Präsidenten künftig die Repräsentierung des Verbandes nach außen hin zufällt, während alle anderen Vorstandsaufgaben vom geschäftsführenden Vorstand übernommen werden, dessen Stellung zu diesem Zweck eine Stärkung erfährt. Er soll künftig aus einem 1. und einem 2. Vorsitzenden - sie entsprechen im wesentlichen den bisherigen Präsidenten und Vizepräsidenten -, einem Geschäftsführer, einem Schatzmeister sowie einem Beisitzer bestehen und in einer gemeinsamen Versammlung von Vorstand und AR Sitz und Stimme haben. Den Präsidenten und alle Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands soll künftig der AR wählen.

Diese Gesichtspunkte waren in Rundschreiben und in der Clubzeitschrift Das DL-QTC im November und Dezember 1959 auch bei den Ortsverbänden und allen Mitgliedern zur Diskussion gestellt worden. Nachdem dagegen keine Einwendungen erhoben worden waren, hatte der Satzungsausschuß einen zweiten Entwurf zur Neufassung der Satzung ausgearbeitet und dem AR mit Rundschreiben vom 10.05.1960 vorgelegt.

Diesen Entwurf behandelte der AR in erster Lesung Paragraph für Paragraph bis zum Schluß der Sitzung am Sonnabend. Dabei wurden noch verschiedene Formulierungsänderungen vorgenommen und im § 19 eine Bestimmung über die Verwendung des Clubvermögens im Falle der Auflösung aufgenommen. Die sich daraus ergebende endgültige Fassung wurde dem AR zur Sitzung am Sonntagvormittag vorgelegt und von ihm nach nochmaliger Lesung mit 17 zu 0 Stimmen, d. h. einstimmig als neue "Satzung des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) e.V." angenommen. Im Anschluß daran beschloß der AR einstimmig:

"Die neugefaßte Satzung soll nach Eintragung in das Vereinsregister in Kraft treten. Nach ihrem Inkrafttreten sollen, als Übergangsregelung bis zu der im Herbst 1961 fälligen Neuwahl, der jetzige Präsident OM Rapcke, DL1WA, das Amt des 1. Vorsitzenden mitübernehmen und der jetzige Vizepräsident OM Feilhauer, DL3JE, das Amt des 2. Vorsitzenden einnehmen."

Zum Schatzmeister ernannte der AR einstimmig OM Röhling, DL1FM, der bereits seit 7 Jahren bei der Geschäftsstelle tätig ist.

Daß die neue Satzung bereits bei dieser Sitzung endgültig angenommen wurde, geschah gegen den ausdrücklichen Rat des geschäftsführenden Vorstands. Im Laufe der Diskussion hatte DL1JB den AR mehrmals auf die den Ortsverbänden gegebene Zusage hingewiesen, ihnen den genauen Wortlaut der neuen Satzung vor ihrer Annahme zur Kenntnis zu bringen. Vor dieser Sitzung hätte sich das jedoch nicht mehr rechtzeitig machen lassen, weil die juristische überprüfte Fassung statt im Januar erst Anfang Mai bei der Geschäftsstelle vorgelegen hätte.

Demgegenüber erinnerten mehrere AR-Mitglieder daran, daß man sich andererseits aber auch dazu verpflichtet hätte, die neue Satzung diesmal endgültig anzunehmen. Man könne jetzt also beim besten Willen nur eine der beiden Zusagen erfüllen und stehe daher vor der Alternative: Annahme ohne vorherige Vorlage bei den Ortsverbänden, oder Vorlage bei den Ortsverbänden unter Aufschub der Annahme der Satzung.

Der AR kam daraufhin einmütig zu der Ansicht, daß der Verzicht auf die Vorlage bei den Ortsverbänden das kleinere Übel gegenüber einem nochmaligen Aufschub sei. Maßgebend für die dann in diesem Sinne gefällte Entscheidung waren folgende Überlegungen:

Die Ortsverbände und alle Mitglieder waren bereits im Anschluß an die Hanauer AR-Sitzung durch Rundschreiben und DL-QTC zur Mitarbeit an der Neufassung aufgefordert worden. Der erste in Nürnberg diskutierte Entwurf basierte auf den daraufhin vorgebrachten Anträgen, Vorschlägen und Anregungen. Die entscheidenden Neuerungen waren den Ortsverbänden und allen Mitgliedern im Anschluß an die Nürnberger AR-Sitzung durch das Protokoll bzw. im DL-QTC mitgeteilt worden, also seit spätestens Anfang Dezember 1959 allgemein bekannt. Einwände dagegen waren nicht erhoben worden. Unter diesen Umständen glaubte der AR es eher verantworten zu können, auf die ursprünglich angekündigte vorherige Bekanntgabe des genauen Wortlauts zu verzichten, als die Annahme der neuen Satzung nochmals zu verschieben.


7. Ergebnisse der Genfer Funkverwaltungskonferenz 1959

Die dazu bereits veröffentlichten Berichte wurden näher erläutert; besondere Beschlüsse wurden jedoch nicht gefaßt. Der AR brachte aber erneut seinen Dank an OM Lührs, DL1KV, zum Ausdruck, der als Mitglied der IARU-Delegation die Belange des Amateurfunks in Genf so erfolgreich vertreten hatte.


8. IARU-Kongreß 1960

Der AR bestätigte die für den Kongreß bereits nominierte DARC-Delegation (DL1WA, DL3FM, DL1XJ, DL1JB) und besprach kurz die bisher bekannte Tagesordnung. Der Distrikt Hessen hatte dazu einen Antrag gestellt, die Delegation um einen SSB-Vertreter zu erweitern oder entsprechend umzubilden. Dem Vorstand wurde daraufhin empfohlen, nach Möglichkeit noch einen Allround-Techniker nach Folkestone mitzunehmen. - (Bei der Kürze der Zeit ließ sich diese Empfehlung später leider nicht mehr verwirklichen.)


9. Abschlußbericht über das Internationale Geophysikalische Jahr und die Internationale Geophysikalische Zusammenarbeit

Ein erster Abschlußbericht von DJ1SB war dem AR bereits Ende April vorgelegt worden (siehe OV-Rundschreiben Nr. 4/60 vom 25.04.1960). Einen weiteren Bericht, und zwar über die Arbeit der Absorptionsmeßgruppen gab DL6YL. Daraus ging hervor:

Die Meßaufgaben waren schon vor Beginn des IGY von OM Prof. Dr. Dieminger, DL6DS, gestellt und von DL6YL im Äther bekanntgegeben worden. Daraufhin bildete sich eine erste Gruppe von Amateuren, die am 15.06.1957 mit Versuchsmessungen begann und am 01.07.1957 offiziell die Absorptionsmeßarbeit auf 80 m aufnahm. Aus dieser Gruppe wurden 2 (01.08.57), 3 (01.10.57) und 4 (01.11.57), bis schließlich am 01.05.1958 5 Meßgruppen am Werk waren, die bis Ende 1959 bestehen blieben. Auf 40 m betätigte sich eine Meßgruppe Schweizer Amateure, und auf 15 m führten DL1KB und CE3CQ laufende Messungen durch.

Insgesamt beteiligten sich im Laufe der Zeit 47 Amateure an dieser Arbeit. 15 von ihnen, und zwar HB9RG, HB9RF, PAØSNG, DL3PS, DL1FD, DL1XA, DL1MJ, DL1KK, DL1JJ, DL1EZ, DL3KB, DL6LA, DL8CW, DJ1AK und DL6YL waren die ganzen 2½ Jahre dabei. Davon nahmen DL3PS und DL1FD täglich an 3, DL6LA und DL6YL täglich an 2 Meßgruppen teil.

Diese Amateure ermittelten in der Zeit vom 01.07.1957-31.12.1959 insgesamt 847.000 Meßwerte, die an das Institut für Ionosphärenphysik des Max-Plank-Instituts für Aeronomie in Lindau am Harz übermittelt wurden. Zwischenberichte gingen 1958 zum IARU-Kongreß nach Bad Godesberg, wo sie beträchtliches Aufsehen erregten, und 1959 zur ITU-Konferenz in Genf an Dl1KV, der dort die von den Meßgruppen geleistete Arbeit als Beweis für den Wert ernsthafter Amateurarbeit vorlegte. Die Genfer Entscheidungen über den Amateurfunk konnten dadurch in günstigem Sinne beeinflußt werden.

Der Ar war von diesem Bericht außerordentlich beeindruckt und sprach DL6YL sowie allen an den Messungen beteiligten OM den aufrichtigen Dank des DARC für ihre im Interesse aller Amateure geleistete beispielhafte Arbeit aus, die um so höher zu bewerten ist, als sie leider aus den Reihen der Amateure selbst nur allzu oft behindert wurde.

Einer Empfehlung des Instituts für Ionosphärenphysik folgend beschloß der AR, auch weiterhin eine Sammelstelle für Amateurbeobachtungen zu betreiben. In diesem Sinne wird das bisherige IGY/IGC-Center des DARC künftig als Auswertecenter für Amateurbeobachtungen fungieren, jedoch mit einem den derzeitigen Erfordernissen entsprechend verkleinerten Aufgabenbereich. Die Leitung wird OM Brockmann, DJ1SB, behalten.


10. Jugend- und Nachwuchsbetreuung

Nachdem die Wiedereinführung des DEM (Deutscher Empfangsmeister) bereits vor einiger Zeit grundsätzlich beschlossen worden war, nahm der AR diesmal die vom Jugendreferat dafür vorgeschlagenen Verleihungsbedingungen an.

Ein vom Jugendreferat ferner vorgeschlagenes neuartiges Diplom, das das Interesse der lizenzierten Amateure für DE- und SWL-Karten heben bzw. wecken soll, wurde zwecks Klärung von Einzelheiten (Status der DEs und SWLs) bis zum nächsten Mal zurückgestellt.


11. Zeitschriftenfragen

Zum Thema Der Kurzwellenhörer hatte der AR bereits bei der Haushaltsdebatte den in Nürnberg gefaßten Beschluß bestätigt, für diese Zeitschrift eine Ausfallbürgschaft von max. DM 4.000 zu übernehmen. Auf diese Weise soll vor allem neuen Mitgliedern eine zusätzliche einführende Unterrichtung zu einem relativ geringen Preis garantiert werden. DL1CU gab einen Bericht über die Entwicklung der Zeitschrift und über den derzeitigen Stand. Die bezahlte Auflage des Kurzwellenhörers liegt zur Zeit bei etwa 2.000. Nach menschlichem Ermessen wird die Ausfallbürgschaft nicht in vollem Umfang beansprucht werden. Wenn der Bezieherkreis im Laufe des Jahres noch vergrößert werden kann, wird man darauf u. U. überhaupt bzw. zum großen Teil verzichten können. Der AR vereinbarte, die weitere Entwicklung abzuwarten, und am Jahresende über den künftigen Status der Zeitschrift erneut zu beraten. Die Werbung für den Bezug des Kurzwellenhörers soll auch in den Ortsverbänden intensiviert werden mit dem Ziel, die Zeitschrift möglichst bald rentabel zu gestalten.

DL6JG berichtete dem AR sodann über den Stand des Mobil-Sonderhefts, das im wesentlichen abgeschlossen ist. Zu entscheiden sei nur noch die Erscheinungsweise. Es gäbe drei Möglichkeiten: 1. als Verlagsobjekt ohne Risiko für den DARC, was sich aber im höheren Preis niederschlagen würde; 2. als DL-QTC in der monatlichen Reihe; 3. als Sonderheft des DL-QTC, ähnlich wie die Starthilfe. Am günstigsten im Interesse der Mitglieder sei die letzte; sie erfordere jedoch, daß der DARC die Auflage vorfinanziere. Nachdem DL1CU über die finanzielle Seite berichtet hatte, beschloß der AR, daß der DARC eine Auflage von 3.000 Exemplaren übernehmen und dafür DM 8.000 aus den Reserven vorlegen soll. Unter diesen Umständen könnte das Mobil-QTC (so soll der endgültige Titel lauten) den Mitgliedern dann als neue Leistung des Clubs für etwa DM 3,- angeboten werden.


12. Ehrennadel-Verleihungen

Anträge auf Verleihung der goldenen Ehrennadel hatten die Distriktsvorsitzenden bis zum 30.04.1960 bei der Geschäftsstelle stellen können. Für die vom Verleihungsausschuß positiv beurteilten Anträge übergab DL1JB den DVen die Nadeln und Urkunden. Ferner wurden ihnen die bisher von den OVen ihrer Distrikte beantragten silbernen Ehrennadeln ausgehändigt. Die Urkunden dafür waren allerdings noch nicht fertig. Sie werden so bald wie möglich nachgeliefert. Die Überreichung der Nadeln an die damit ausgezeichneten Mitglieder wird von den DVen bei passender Gelegenheit veranlaßt werden.


13. Allgemeine Aussprache

Dabei kam es aus Zeitgründen nur zur Erwähnung des nächstjährigen Deutschlandtreffens. DL1JB forderte die DVen auf, möglichst bald Vorschläge dafür zu machen, damit dem Veranstalter genügend Zeit für die Vorbereitungen bliebe.


14. Anträge und Verschiedenes

a) Der Distrikt Hessen hatte den Antrag gestellt, daß die Leitartikel im DL-QTC nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch den Präsidenten und den Sekretär veröffentlicht werden sollten. Der Antrag wurde mit einer Erklärung des geschäftsführenden Vorstands erledigt, daß bereits vereinbart sei, die Leitartikel künftig wieder so wie früher untereinander abzustimmen, ehe sie der Redaktion gegeben würden.

b) Der Distrikt Köln-Aachen hatte beantragt, eine bestimmte Frequenz im 80-m-Band für Orts-QSOs festzulegen und die Sendeleistung für solche QSOs auf 10 W zu beschränken. Für und Wider zu diesem Antrag hielten sich bei der Diskussion darüber die Waage, so daß erst beim nächsten Mal endgültig über diesen Antrag entschieden werden soll.

c) Der Distrikt Berlin hatte den AR um Stellungnahme zu einer von DL7AA in der Hambörse Nr. 2/60 veröffentlichten Anzeige "Hypothek gesucht" gebeten. Dazu erklärte DL7AA, daß die Anzeige auf Grund eines Mißverständnisses in dieser Form erschienen sei, er bedauere die Formulierung selbst. Eine besondere Entscheidung des AR erübrigte sich unter diesen Umständen.

d) Ein vom Distrikt Hessen gestellter Antrag, die Routinearbeiten der Referate der Geschäftsstelle zu übertragen, wurde wieder zurückgezogen.

e) Einem vom Distrikt Berlin gestellter Antrag folgend beschloß der AR die nächste Sitzung - voraussichtlich im November dieses Jahres - in Berlin stattfinden zu lassen, falls sie dann im dortigen Posterholungsheim durchgeführt werden kann. Sonst ist Wiesbaden als Tagungsort in Aussicht genommen.


Damit war die Tagesordnung beendet. DL1WA schloß die Sitzung mit einer kurzen Zusammenfassung ihrer Ergebnisse. Er dankte allen Teilnehmern für ihre Mitarbeit und wünschte ihnen eine gute Heimreise. Einen besonderen Dank richtete DL1WA noch an den OV Saarbrücken für das von ihm am Sonnabendabend arrangierte gesellige Beisammensein. Es hatte den Sitzungsteilnehmern eine willkommene Unterbrechung beschert und die Möglichkeit gegeben, die Saarbrücker OM persönlich kennenzulernen.


21.6.1960
F. d. R.
gez. Hansen, DL1JB


Reprint: DC7XJ


Inhalt 1960 Rundspruch-Archiv