DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 24/74 VOM 07.07.1974

Redaktion: DL1FL


BAUNATAL

Der Geschäftsführende Vorstand und der Personalausschuß des Amateurrats führten am 29.06. mehrere Einstellungsgespräche mit Bewerbern um die Stelle des Geschäftsführers im Amateurfunkzentrum in Baunatal. Man einigte sich einstimmig auf den Bewerber Herbert Wanke. Ein Bericht erscheint in der cq-DL 8/1974.

Beitragsrückstände bestehen z. Z. noch von ca. 8000 Mitgliedern. Es wird deshalb mit einem kurzfristigen Mahnverfahren begonnen. Alle bis zum 15.07.1974 noch ausstehenden Beiträge werden angemahnt. In diesem Zusammenhang wird noch einmal auf die Möglichkeit des Bankeinzugsverfahrens hingewiesen. Die nötigen Informationen hierüber finden Sie in der cq-DL April 1974, letzte gelbe Seite.

Zur Zeit werden die Distriktsanteile für das Jahr 1974 berechnet und nach Abschluß der vorgenannten Mahnaktion ausgezahlt.

Nach einem Bericht von OM Kadau, DJ7CH, sind die Programmierungsarbeiten an der EDV-Mitgliederliste abgeschlossen. Zur Zeit laufen die Änderungsarbeiten, die ebenfalls bis Mitte Juli 1974 abgeschlossen sein sollen. Nach einem ersten Korrekturlesen in der Geschäftsstelle sollen die Ortsverbände die ausgedruckten Listen im Laufe des Monats September 1974 zur zweiten Korrekturlesung erhalten.


MEISSNER

Die Spitzenklasse des DLDs, das DLD 1.000, wurde vom DARC verliehen an die OM DJ6FV, DK3PG sowie am 25.06.1974 die Nr. 42 an den 2. Vorsitzenden des DARC, DK1QZ. Unseren herzlichen Glückwunsch.


WASHINGTON

Wie von der AMSAT verlautet, ist für OSCAR 7 der 03.10.1974 als Starttermin in Aussicht genommen.


BAUNATAL

Die QSL-Vermittlung des DARC im Amateurfunkzentrum Baunatal weist aus gegebenem Anlaß nochmals darauf hin, daß Neuerteilungen und Änderungen von Rufzeichen von den Lizenzinhabern selbst gemeldet werden müssen, da eine Meldung durch die OPD nicht erfolgt. Insbesondere wird darum gebeten, das Rufzeichen in Druckbuchstaben zu schreiben, um insbesondere bei den Buchstaben L und C sowie I und J keine Verwechslungen hervorzurufen.


BAUNATAL

Da in vielen Fällen die Mitglieder sich Ihre Clubzeitschrift an den Urlaubsort nachsenden lassen, ergeht die dringende Bitte, beim Antrag auf Nachsendung der cq-DL zu vermerken, daß es sich nur um eine Urlaubsanschrift handelt. Die Geschäftsstelle erhält nämlich von Ihrem Postamt diese Meldungen und weis sonst nicht, ob es sich um eine Umzugsmeldung handelt oder nicht. Vielen Dank im voraus!


BAUNATAL

Der DARC hat inzwischen 12.500 Exemplare des Fragenkompendiums zur Amateurfunkprüfung ausgeliefert, so daß in Kürze die 4. Auflage in Druck gegeben werden muß.


KONSTANZ

Eine DOK-Liste neuesten Standes bereitet UKW-Referent DJ1XK aufgrund seines Computer-gespeicherten DARC-Organisationsplanes vor. Zur Zeit befinden sich Korrekturabzüge bei den Distrikts-Vorsitzenden.


BOCHUM

Der Beginn des 2. Halbjahres bietet erneut Gelegenheit zur Bestellung des DX-MBs des DARC-DX-Referats. Das DX-MB bringt aktuelle Meldungen über seltene DX-Stationen, Expeditionen, Conteste, Funkwetter-Prognosen und kann aufgrund seiner wöchentlichen Auslieferung Informationslücken schließen, die durch Redaktionszeit und monatliche Erscheinungsweise der cq-DL bedingt sind. Die Bestellung des DX-MBs erfolgt am einfachsten durch Einzahlung des Betrags von 11,– DM pro Halbjahr für DARC-DX-MB ......


BISCHOFSHEIM

Nachdem 1971 bereits die zulässige Störspannung, welche elektrische Geräte an das Stromversorgungsnetz abgeben dürfen nach VDE-Vorschrift 0866 im Bereich 5–30 MHz von 52 dB (µV) auf 60 dB (µV) erhöht wurde (d. h. von 0,4 auf 1 mV), liegen jetzt im Deutschen Normenausschuß (DNA) Pläne für eine erneute Anhebung in diesem Bereich auf 66 dB (µV) entspr. 2 mV vor. Diese Planung wurde von der Deutschen Elektrotechnischen Kommission, Fachnormenausschuß Elektrotechnik im DNA gemeinsam mit dem Vorschriftenausschuß des VDE mit der Zielvorstellung einer Einführung im Jahre 1976 entwickelt. Diese Erleichterung der Entstörbedingungen, welche der Verband der deutschen Elektro-Industrie erneut den Geräteherstellern verschaffen will, trifft den Funkempfang im Bereich 5–30 MHz empfindlich, in dem 4 wichtige Amateurbänder liegen.

Störungen durch Amateursendeanlagen in diesem Frequenzbereich sind bisher praktisch nicht zur Behandlung gekommen.


GENF

97 Länder nahmen an der ITU-Seefunk-Konferenz vom 22.04.–07.06. im neuen Internationalen Konferenz-Zentrum in Genf teil. Unter den fünf kostenfrei zugelassenen Organisationen befand sich auch die IARU. Aufgabe der Konferenz war die Überarbeitung und – soweit erforderlich – die Revision der Vollzugsordnung Funk zum Internationalen Fernmeldevertrag und der Zusatzvollzugsordnungen für den Seefunk und den Satelliten-Seefunk, sowie für Funkortung und Satelliten-Funkortung für die Schiffahrt unter Beschränkung auf die dem Seefunk bereits zugewiesenen Frequenzbereiche. Als Konferenz-Chairman fungierte der englische Delegierte Mr. Billington (der auch bei der Einweihung der neuen Station 4U1ITU anwesend war, siehe Bild Seite 447 der cq-DL Juli). Als Vizechairman des Komitees 4 (Funktelegrafie) wurde übrigens der saudi-arabische Fernmeldeminister Ahmed Zaidan, HZ1HZ gewählt. Zur Wahl der Mitglieder des IFRB (international Frequency Registration Board) – je einem der Regionen A bis E – wird mit Befriedigung vermerkt, daß eines der ausgeschiedenen Mitglieder als amateurfeindlich bekannt war, während die neuen Vertreter der Region A, Mr. Perrin/Canada, und B, Mr. Sowton/England sich schon bei früheren Gelegenheiten kooperativ gezeigt hatten.

Schon vor Konferenzbeginn ließen die vorliegenden Anträge erkennen, daß diesmal kaum politische Themen, sondern vielmehr rein technische Fragen zur Behandlung standen. Sie waren allerdings so zahlreich, daß die täglichen Sitzungszeiten verlängert und auf die Sonnabende ausgedehnt werden mußten, um zum 07.06. einigermaßen zum Abschluß zu kommen.

Das Augenmerk der IARU-Delegierten richtete sich hauptsächlich auf die Tätigkeit des Komitees 6 (Funktelefonie) und hier besonders der Arbeitsgruppe 5A für die Bearbeitung des Komplexes Funktelefonie im Frequenzband 1605–4000 kHz, als medium frequency (mf) maritime band bekannt. Da die jetzige Seefunk-Konferenz nicht zur Änderung der Frequenzverteilung in diesem Bereich ermächtigt war, richtete sie folgende (kurzgefaßte) Empfehlung an die kommende WARC (World Administrative Radio Conference) 1979 in Genf: Weil die Frequenzverteilung im MF-Seefunk-Band, aus dem Jahre 1971 veraltet ist, weil keine festen Kanalabstände für Simplex- und Duplex-Telefonie, sowie keine internationalen Ship-to-Shore- und Intership-Kanäle festgelegt sind und weil die Zweckerfüllung der Einführung des SSB-Betriebes ein neues Frequenzraster erforderlich macht, möge die nächste zuständige WARC einen diesbezüglichen Frequenzplan für den Bereich 1605–4000 kHz aufstellen und entsprechende regionale Zuweisungspläne baldmöglichst inkraftsetzen. Zu diesem Zweck sollen die nationalen Fernmeldeverwaltungen aufgefordert werden, die aufgeworfenen Probleme zu untersuchen und der ITU Vorschläge zu unterbreiten. Es zeigte sich allerdings, daß die Notwendigkeit eines solchen Kanalplanes im wesentlichen von den Delegierten der ITU-Regionen 1 und 3, nicht dagegen der Region 2 (Nord- und Südamerika) gesehen wurde. Obwohl bei Gesprächen die jetzigen Konferenzteilnehmer den Verdacht zurückwiesen, daß der Amateurfunkbetrieb im 80-m- und 160-m-Band beeinträchtigt werden könnte, schlossen sie nicht aus, daß die Delegierten der WARC 1979 zu anderen Auffassungen kommen könnten.

Der stellvertretende Chairman des IFRB berichtete dem Komitee 5, daß die Untersuchungen über die effektive Belegung des Kurzwellenbereiches bis 30 MHz in zwei Jahren abgeschlossen sein soll, um der WARC 1979 Änderungsvorschläge für die Frequenzzuweisungen machen zu können. Obwohl aufgrund von Satelliten- und neuzeitlichen Kabel-Verbindungen der Kurzwellenverkehr der festen Funkdienste stark zurückgegangen ist, müßten neue Anforderungen der zahlreichen neugebildeten Staaten und der Entwicklungsländer berücksichtigt werden, für welche der Kurzwellenfunk das Hauptnachrichtenmittel im internationalen und z. T. selbst im innerstaatlichen Verkehr darstellt.

Der australische Delegierte im Komitee 5 forderte das IFRB auf, Schritte gegen Bandeindringlinge im Seefunkbereich, ja selbst auf Sicherheitsfrequenzen, zu unternehmen. Da hierbei ausdrücklich Rundfunkstationen als Eindringlinge gebrandmarkt wurden, könnten sich solche Maßnahmen auch zum Nutzen des Amateurfunkdienstes auswirken, obwohl er hier nicht zur Debatte stand.

Der Bericht des IARU-Region-1-Sekretärs G2BVN stellt abschließend fest, daß die Haltung einiger westeuropäischer und skandinavischer Länder (wie bei der Satellitenfunk-Konferenz 1971) weiter als „am Amateurfunkdienst uninteressiert“ bezeichnet werden kann, während sich die Auffassung der afro-asiatischen Länder seit 1971 anscheinend gebessert hat, wenngleich es ja keinen Anlaß gab, dies unter Beweis zu stellen. Für die WARC 1979 zeichnen sich ausgedehnte Frequenzansprüche des Rundfunkdienstes an, die zu direktem Konflikt mit den Interessen des Amateurfunkdienstes hinsichtlich der vom festen Funkdienst aufgegebenen Frequenzbereiche führen könnte.


KLAGENFURT

Einem Bericht des DARC-UKW-Referenten DJ1XK von der Hauptversammlung des ÖVSV ist zu entnehmen: An der Informationsstation in einem VW-Bus im Quartiersort Krumpendorf wurde den Gästen ein herzlicher Empfang zuteil. Auf der Trefftafel waren zwölf deutsche Rufzeichen vertreten. Die Beteiligung am Anfahrtswettbewerb war gut, doch haben sich nur wenige Teilnehmer für die Wertung der EMC gemeldet. Bei den Fuchsjagden am 14.05. gewann OM Udo Bauer, DL7EB, sowohl auf 80 m als auch auf 2 m gegen eine starke (besonders schweizerische) Konkurrenz. Nach der Eröffnung der Hauptversammlung am 15.05. durch den ÖVSV-Präsidenten Camillo Litschauer, OE3CL, brachten die Delegierten der Amateurverbände aus YU, I und DL ihre Grußworte dar.

Bei den Neuwahlen wurde OE3CL wieder zum Präsidenten gewählt. Vizepräsidenten wurden OE1NP und OE8BFK. Bei der Wahl hatten die Landesverbände von OE1 bis OE9 und die Sektion Bundesheer je eine Stimme auf ja angefangene 10 Mitglieder, zusammen 178 Stimmen. Neu geschaffen wurde das Amt eines Informations-Referenten, das OE1WN zufiel. Mangels einer Clubzeitschrift soll OE1WN zumindestens vierteljährlich die Nachrichten des Dachverbandes ÖVSV herausgeben. Finanzierungs- und Satzungs-, bzw. Geschäftsordnungs-Probleme spielten auch auf der HV des ÖVSV eine große Rolle.

ÖVSV-Präsident OE3CL ließ Grüße an die deutschen Funkamateure ausrichten und versprach seine Teilnahme am Bodensee-Treffen.


Ende des Deutschland-RS 24/74 vom 07.07.1974

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1974 Rundspruch-Archiv