DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 36/74 VOM 10.11.1974

Redaktion: DL1FL


BAUNATAL

Vorstand und Amateur-Rat tagen seit Sonnabend, dem 09.11., auf der Club-Versammlung in Baunatal. Wir wünschen ihnen viel Erfolg bei ihrem Bemühen, den rechten Kurs des DARC für 1975 abzustecken.


BAUNATAL

Der bisherige Probevertrag zwischen dem derzeitigen Geschäftsführer und dem DARC wurde mit Wirkung vom 30.11.1974 im beiderseitigen Einvernehmen aufgehoben. Damit ist die Stelle des Geschäftsführers im Amateurfunk-Zentrum in Baunatal wieder vakant. Interessenten für diese Position werden gebeten, sich umgehend an den 1. Vorsitzenden des DARC, OM Otto Sailer, DL8AJ, zu wenden.


HEMSBACH

Am Abend des 21.10. strahlte das 3. Programm des Hessischen Fernsehens eine einstündige Sendung über das Unternehmen Beltz aus, bei dem unsere Clubzeitschrift cq-DL z. Zt. in einer Auflagenhöhe von 27.000 gedruckt wird.


MARBURG

Die AMSAT Deutschland e. V. hält am Sonntag, dem 24.11., ab 14:00 Uhr im Elektronik-Entwicklungslabor der Universität Marburg ihre diesjährige Mitgliederversammlung mit Neuwahl ab. Außerdem steht u. a. eine Diskussion über das zukünftige Amateurfunk-Satelliten-Projekt OSCAR 8 auf dem Programm.

Die AMSAT/DL will dem DARC ein Modell des neuen Amateur-Satelliten OSCAR 7 übereignen, das möglicherweise schon auf der Club-Versammlung vorgeführt werden und später als Schaustück im AFZ dienen kann.


BERLIN

Vorsicht ist die Mutter aller Raketenstarts, deshalb wollen wir auch nicht zu ungehalten sein, daß der Start von OSCAR 7 wieder verschoben werden mußte. (Zudem kreist ja unermüdlich im 3. Jahr OSCAR 6 um den Erdball und steht uns montags, donnerstags und sonnabends am Abend für QSOs zur Verfügung.) Am Dienstag, dem 29.10., gab W1AW nachmittags noch eine Startverschiebung auf den 05.11. bekannt. Aber schon wenige Stunden später erfuhr AMSAT-DL-Boss Dr. Karl Meinzer, DJ4ZC, telefonisch, daß vermutlich alle drei Satelliten wieder aus der Rakete ausgebaut werden sollten und daß jetzt mit einem Abschuß am 13.11. gerechnet wird. Als Grund wurden Unstimmigkeiten im Steuerungssystem der Rakete genannt. Leider war der Deutschland-Rundspruch vom 03.11. bereits versandt. Da jede nachträglich verschickte Richtigstellung runde 50 DM kostet, wurde aus Ersparnisgründen darauf verzichtet. (Das ist unser Anteil am Risiko bei Raketenstarts.) Allerdings hatte AMSAT-DL-Informator DC7AS schon sein Bestes getan, die Neuigkeit vor dem 31.10. zu verbreiten.


DARMSTADT

Von der IGI verlautet, daß die Antennenanlage der 10-m-Bake DLØIGI auf 28.195 kHz seit Mai defekt und das Signal daher etwa 15 dB unter Normalwert war. DJ5DT hat am 19.10. auf dem Predigtstuhl einen neuen Dipol installiert und sieht nun neuen Empfangsberichten entgegen. Ende Oktober Anfang November war dann DLØIGI auf 28.195 / 28.200 kHz im Norden Deutschlands in den späten Vormittagsstunden wieder zwischen S2 und S4 zu hören, während 3B8MS auf 28.190 kHz und 5B4CY auf 28.180 kHz meist 2 S-Stufen darüber lagen.


GENF

Am 27.10. schloß die erste Runde der Mittel- und Langwellen-Funkverwaltungskonferenz der ITU-Regionen 1 und 3. Die dort vorgetragenen Ansprüche hatten mehr politischen Charakter, als daß sie technische wohlfundiert waren. Um ihre Rundfunkversorgung auszudehnen und qualitativ zu verbessern, wollen insbesondere die afrikanischen Staaten ihre Sendeleistungen erhöhen und fordern darüber hinaus einen größeren Schutzabstand gegen Interferenzstörungen, ohne jedoch gegen den tropischen atmosphärischen Störpegel geschützt zu sein. Extrem ausgedrückt wünschen sie, daß die europäischen Staaten (die mit 35 Delegationen gegenüber 31 afrikanischen und 18 der Region 3 in der Minderzahl waren, ihre Mittel- und Langwellenprogramme drastisch einschränken und auf Ultrakurzwellen verlagern sollten. Die vorgesehenen technischen Normungsaufgaben dieser Vorkonferenz traten demgegenüber ganz in den Hintergrund. Wenn sich die Bildung von Interessenblocks auch auf der Haupt-Rundfunkkonferenz im Herbst nächsten Jahres und auf den weiteren ITU-Konferenzen fortsetzt, gehen wir schlechten Zeiten entgegen.


ROMFORD

Nur in 12 von 41 afrikanischen Mitgliedsstaaten der ITU bestehen Amateurfunkverbände, die der IARU angeschlossen sind. Von 29 afrikanischen Staaten ist daher anzunehmen, daß sie sich bei der Funkverwaltungskonferenz der ITU im Jahre 1979 am Amateurfunk zumindestens uninteressiert zeigen. Jede Möglichkeit von Entwicklungshilfe in den dem Amateurfunk nicht erschlossenen Ländern sollte daher genutzt werden.


LONDON

Wie das britische Home Office mitgeteilt hat, sind in Großbritannien im 2-m-Band künftig nur noch die singulären Frequenzen 144,00, 144,54 und 144,90 MHz für den Amateurverkehr gesperrt. Bisher war dort der Betrieb auf 11 Festfrequenzen in je 90 kHz Abstand zwischen 144,0 und 144,9 MHz nicht zugelassen und anscheinend für Flugfunkzwecke reserviert.


LIMASSOL

Nach der faktischen Teilung Zyperns ist der Sitz der CARS – Cyprus Amateur Radio Society – von Famagusta nach Limassol verlegt worden mit der QSL-Vermittlungs-Anschrift ......


BROWNS BAY/AUCKLAND

Wie ZL1HV mitteilt, dürfen in Neuseeland seit 1970 Pfadfinder bei Amateurstationen, deren Inhaber dies beantragt haben, (nur) während der jährlichen JOTA -Jamboree-on-the-air- ins Mikrofon sprechen.


BERLIN

Wellenausbreitungsphänomene, bei denen Amateur-Beobachtungen noch von Nutzen sein können, sind Anomalitäten wie Aurora und besonders „Sporadic E“. Der Koordinator in der IARU-Region 1 für Sporadic-E-Beobachtungen, F8SH, bittet, bei der Einsendung von ES-Meldungen neben Bericht von Zeit, Frequenz, Station und RST (beiderseitig) die Angabe der Antennenrichtung und auch des Barometerstandes nicht zu vergessen. Anschrift: S. Canivenc, F8SH, ......


WIEN

Das deutschsprachige Kurzwellen-Panorama des ORF -Österreichischer Rundfunk- wird jeden Sonnabend einmal auf 6155 kHz von 13:30–14:00 GMT ausgestrahlt, zum anderen von 19:05–19:35 GMT auf 6155 und (ab 03.11.) auf 9710 kHz. Der Redakteur OE3LJ wertet auch Quellen des DARC aus.

Anläßlich des 50jährigen Jubiläums des ORF und des 15jährigen Bestehens seines Kurzwellendienstes versendet der ORF für Hörberichte von Oktober bis Dezember d. J. QSL-Karten mit Motiven der neun österreichischen Bundesländer.

Wenn Tonbandaufnahmen eingesandt werden (Programmaufnahmen von je fünf Minuten Dauer von je sechs verschiedenen Tagen), so ist der Kurzwellendienst des ORF bereit, die Bänder (Geschwindigkeit angeben), bzw. Kassetten mit neu überspielten Features zurückzusenden (auf 50 Einsendungen pro Land beschränkt). Die wählbaren Titel sind:

  1. Allgemeine Info über den KW-Dienst des ORF mit Kennmelodien der Programmtitel,
  2. 50 Jahre Rundfunk in OE,
  3. 50 Jahre Kurzwellen und
  4. die Entwicklung der Funktelegrafie (zum Marconi-Gedächtnis-Jahr).

Anschrift: ORF-Kurzwellendienst, ......


NEWINGTON

Nach dem Fortfall einer kontinuierlichen Logbuchführung für Mobilstationen hat die FCC auf Antrag der Maryland FM Association einer ähnlichen Erleichterung auch für feste und portable Amateurstationen mit Wirkung vom Juli d. J. zugestimmt. Danach braucht in den USA nur noch Ort, Datum und Zeit jedes Amateurverkehrs festgehalten zu werden, sowie, falls andere Amateure die Station bedienen, deren Rufzeichen und Unterschrift. Auch Drittenverkehr muß aufgezeichnet und „beschrieben“ werden. Die FCC kann allerdings – z. B. im Fall vermuteter Verletzung von Bestimmungen – auch weitere Eintragungen verlangen. Nicht verzichtet wird auch auf die Eintragung von technischen Änderungen an der Stationsanlage.

Als Begründung für die Erleichterung wird angegeben, daß sie das öffentliche Wohl im allgemeinen nicht beeinträchtigt und daß der Verzicht auf eine detaillierte Logbuchführung niemandem schaden würde. Niemandem, mit Ausnahme des betreffenden Funkamateurs selbst, meint dazu die ARRL, welche befürchtet, daß die Seriosität der Amateurfunktätigkeit unter dieser Regelung leiden wird. In der Tat würde sich der Funkamateur nicht nur bei Beanstandungen jedes Beweismittels für seine Unschuldigkeit berauben, sondern auch der Grundlage für QSL-Versand und Registrierung, für ernsthafte Beobachtertätigkeit, der Grundlage bei Wettbewerben usw.

Auch unsere Fernmeldebehörde hält eine solche reduzierte Logbuchführung für feste Amateurstationen für nicht vertretbar und verweist auf die minutiöse Tagebuchführung bei anderen Funkdiensten, z. B. im Seefunk.


CHICAGO

Aus einer Stadt, die seit jeher im Geruch besonderer Kriminalität steht, kommt die Idee einer Diebesgut-Aufspüreinrichtung:

Dortige Funkamateure bauen kleine IC-Tongeneratoren für einige hundert Hertz in ihre Mobilanlagen. Aufgrund eines minimalen Hubs wird diese Kennung normalerweise gar nicht bemerkt, kann aber im Fall eines Diebstahls zur Selbstanzeige führen.


MOERBEKE-WAAS (Belgien)

ON4AXA/MM ist das Rufzeichen eines Floßes, das von Marokko nach Trinidad driftet. Bei Skeds mit ON4-Stationen um 12:00 und 16:00 GMT sind Betriebsfrequenzen 14.187, 14.207 und 14.222 kHz. QSL via ON4QP.


Ende des Deutschland-RS 36/74 vom 10.11.1974

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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